6.1 Grundüberlegung und Leitidee des Computercamps Friedrichshafen im Hinblick auf den Kursinhalt
6.1.1 Grobziele der Comuptercamps
6.1.2 Feinziele des Computercamps
6.2 Organisatorischer Ablauf und Vorüberlegungen des Computer-Camps
6.3 Lerninhalte und Lehrziele des Pilotprojektes „Grundkurs für Senkrechtstarter"
Bereits 1994 hatte Multimedia in Deutschland einen Gesamtumsatz von 382 Milliarden DM.
| 1. Medien (Druckerzeugnisse und
elektronische Medien) 146 Mrd. DM
2. Telekommunikation (Geräte und Dienste) 86 Mrd. DM 3. Computer (Hard- und Software) 64,5 Mrd. DM 4. Elektronik (Geräte und Anlagen) 48,4 Mrd. DM 5. Unterhaltungselektronik 20,6 Mrd. DM 6. Bauelemente und Baugruppen 16,1 Mrd. DM |
Aufgrund dieser ausgesprochen schnellen und imposanten Entwicklung im Multimediabereich hinkt die Ausbildung in diesem Bereich massiv hinterher. Die Multimedia-Arbeitswelt ist so wenig definiert wie der Begriff selbst, und es gibt noch keine einheitlichen Berufsbezeichnungen, geschweige denn Ausbildungsgänge.
Genau an diesem Punkt setzt die Multimedia-Akademie Friedrichshafen an, die im Sommer 1995 gegründet wurde, um Multimedia-Spezialisten aus- und weiterzubilden. Dort, wo früher die Zeppeline gestartet sind, ist eine neue Multimedia-Berufsakademie entstanden, die diese Ausbildungslücke schließen will. Träger der Multimedia-Akademie GmbH ist zu 51 Prozent das Aktiv-Consult-Unternehmen in München. An den restlichen 49 Prozent ist die Stadt Friedrichshafen beteiligt.
| 1. Multimedia-Produzent
2. Multimedia-Konzeptionist 3. Multimedia-Programmierer 4. Multimedia-Screen-Designer 5. Multimedia-Netzwerker 6. Multimedia-Autor 7. 3D-Designer 8. Web-Designer |
In unserer Gesellschaft und in der Berufswelt wird der Umgang mit den neuen Medien immer stärker als eine Selbstverständlichkeit vorausgesetzt. Kenntnisse in Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Grafikbearbeitung und die Nutzung globaler Informationsquellen sind neue Schlüsselqualifikationen, die verstärkt in den Schulen Einzug halten. Jedoch ist in den Bildungseinrichtungen die Möglichkeit, den Computer im Unterricht einzubinden, häufig beschränkt, weil es an finanziellen und personellen Kapazitäten fehlt. Entweder ist die Hardwareausstattung an den Schulen in einem desolaten Zustand (vgl. Kapitel 5.2) oder es fehlt an engagierten Lehrern, die diese neuen Kompetenzen nur trocken oder langweilig und nicht in spielerischer Form vermitteln.
An dieser Stelle setzt das Computer-Camp Friedrichshafen an. Hier stehen Freizeit, Erlebnis, Spaß und Lernen gleichberechtigt nebeneinander. Ohne Leistungsdruck und starre Lehrpläne, sondern mit Kreativität und Eigeninitiative haben die Kinder die Chance, den Unterricht selbst aktiv mitzugestalten und dabei das Themenfeld „Computer" zu erschließen. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei, daß die behandelten Inhalte immer entsprechend ihres Alters, ihres Entwicklungs- und Kenntnisstandes spielerisch und gemeinschaftlich bearbeitet werden. Am Ende jeder Unterrichtseinheit hat jeder Kursteilnehmer ein individuell erstelltes Produkt, z.B. in Form eines Kalenders, einer Visitenkarte, eines bedruckten T-Shirts usw., hergestellt (vgl. folgende Abbildungen).
6.1.2 Feinziele des Computercamps
· Die Kids lernen die sinnvolle Benutzung des Computers als Werkzeug, dabei wird immer auf altersgerechten und lebenspraktischen Umgang geachtet, (kein stupides Textabschreiben, sondern speziell auf die Kinder zugeschnittene Anwendungen) den die Kids auch in der Realität ein- und umsetzen können. Zusätzlich soll der Kurs zeigen, welche vielfältigen Möglichkeiten und Chancen mit dem Computer möglich sind.
· Der grundlegende und spielerische Umgang mit Tastatur, Maus, Scanner, Drucker, Disketten, CD-ROM usw. wird erlernt. Grundbegriffe und immer wiederkehrende Arbeitsabläufe werden verinnerlicht, die den Kids den Weg in die Informationsgesellschaft stark erleichtern. Wer in früher Jugend mit diesen Möglichkeiten und Technologien vertraut ist, der hat auch später weder Hemmschwellen, noch Berührungsängste im Umgang mit dem Computer. Dadurch wird eine Basis geschaffen, die für die spätere Ausbildung und Berufswelt, aber auch in der Schule oder bei privaten Anwendungen erleichternden Charakter hat. Wichtig dabei ist, daß die Kids die Technik beherrschen und sie nicht von ihr beherrscht werden.
· Ein signifikanter Aspekt ist auch positives Sozial- und Gruppenverhalten, Rücksichtnahme, Teamarbeit, gegenseitige Unterstützung und Hilfe der Kinder untereinander. Deswegen arbeiten immer zwei Kinder an einem Rechner. Dadurch kommt es zu einem partnerschaftlichen Umgang. Die wichtige gegenseitige Kommunikation und der Austausch von Erfahrungs- und Lösungsstrategien untereinander bleiben erhalten.
· Auch Kreativität, vorhandene Denk- und Begabungsstrukturen können jederzeit angewandt, umgesetzt und weiterentwickelt werden. Der Kurs läßt diesbezüglich sehr viel Spielraum bei der individuellen Gestaltung der verschiedenen Themen.
· Der PC wird zukünftig ein Arbeitsmittel sein, von dem sich keiner mehr isolieren kann. Sowohl Mädchen und als auch Jungen erwerben in den Kursen eine frühe Medienkompetenz und damit Schlüsselqualifikationen, die für mündige Bürger und Bürgerinnen unserer modernen Informations- und Kommunikationsgesellschaft unerläßlich sind.
Abbildung 27: Kinder an der gemeinsamen Arbeit am Computer
Ich wollte diesen Fehler nicht auch bei meinen Kursteilnehmern machen. Daher entwickelte ich knappe und einfach nachvollziehbare Arbeitsschritte, die bei Bedarf mit zusätzlichen Bildern illustriert wurden (vgl. Arbeitsblätter im Anhang). Insgesamt bestand das Projekt „Grundkurs für Senkrechtstarter" aus 3 Gruppen mit je 6 Kursteilnehmern, deren Altersstruktur zwischen sechs und vierzehn Jahren lag. Damit die Altersunterschiede nicht zu stark voneinander abwichen, teilten wir die Gruppen so ein, daß das Alter in den einzelnen Gruppen relativ homogen war. Im späteren Kursverlauf offenbarte sich, daß die Arbeitsgeschwindigkeit der Kinder mit steigendem Alter stark zunahm. Die Gruppe mit der ältesten Altersstruktur war im Vergleich zur jüngsten Gruppe doppelt so schnell mit der Aufgabe fertig. Bei heterogener Konstellation hätten sich die Teilnehmer höchstwahrscheinlich nur gegenseitig gestört.
Auffällig bei allen Teilnehmern war, daß sie zu Hause jederzeit Zugang zu einem leistungsfähigen Personalcomputer hatten und schon gewisse Grundvoraussetzungen mitbrachten.
Der Umgang mit der Maus bereitete erstaunlicherweise keinem Kind anfangs irgendeine Schwierigkeit; die Kinder bedienten die Maus so selbstverständlich, wie man mit einem Stift schreibt. Unsere Befürchtungen, anfangs erst einmal intensiv den Umgang mit der Maus schulen zu müssen, erwiesen sich als grundlos. Die Kinder gehen mit der Technik einfach viel offener um als wir Erwachsene. Die Gruppen wurden - wohl bedacht - sehr klein gehalten, damit die individuelle Betreuung durch den Kursleiter jederzeit gewährt werden konnte.
Abbildung 28: Gruppenbild der Computergruppe vor dem Bodensee
Um eine frühe Teamarbeit zu schulen, wurde das Curriculum so konzipiert, daß die Aufgabenstellung immer in Partnerarbeit zu lösen war. Ich wollte damit vermeiden, daß ein Kind sich unnötig langweilt. So konnten immer beide Kinder am Arbeitsprozeß teilnehmen. Auch war dadurch gewährleistet, daß sich beide Kursteilnehmer gegenseitig inspirieren und gleichzeitig unterstützen. Außerdem beschäftigte sich auf diese Art und Weise kein Kind isoliert vor einem PC, sondern die Kinder konnten sich gegenseitig helfen. Es bildeten sich dabei auch sehr schnell Freundschaften untereinander.
Von den 18 Teilnehmern waren nur zwei Mädchen, die jedoch nicht in der Gruppe untergingen, sondern den Jungs auch in manchen Bereichen etwas vormachten. Besonders in meinem letzten Kurs, den ich im Winter an der Akademie durchführte, machte ich die Erfahrung, daß die Mädchen eine bessere Teamfähigkeit als die Jungen aufwiesen und ihnen sogar in ihrer Kreativität und Schnelligkeit voraus waren. Die Mädchen arbeiteten viel konzentrierter und selbständiger, als dies beim anderen Geschlecht der Fall war.
Raumgestaltung:
Der Raum wurde mit speziell für Kinder konzipierten Möbeln ausgestattet. Die Stühle und Tische waren alle höhenverstellbar, um ein angenehmes, ergonomisches Arbeiten zu ermöglichen. Die Hardware bestand aus vier leistungsfähigen 133 MHZ-Pentium-Rechnern mit einem Arbeitsspeicher von 32 Megabyte, um ein zügiges Werken zu ermöglichen. Drei Rechner davon waren für die Schüler vorgesehen, der letzte wurde in Reserve gehalten, um bei Systemausfällen immer noch auf einen anderen Rechner ausweichen zu können. Die dazugehörigen 17 Zoll Bildschirme ermöglichten ein komfortables Arbeiten. Der vorhandene Laser- und Farbtintenstrahldrucker ließ für optimale Druckergebnisse keine Wünsche mehr offen.
Abbildung 29: „Computerprofis" warten gespannt auf ihre Druckergebnisse
1. Unterrichtseinheit:
In der ersten Unterrichtseinheit wird zu Beginn ein Namensschild jedes einzelnen Kursteilnehmers erstellt, um ein Gefühl für Tastatur, Computer und Textverarbeitungsprogramm zu bekommen. Aber auch zum gegenseitigen Kennenlernen dient dieser erste Schritt. Anschließend wird an einem Kind die optimale Sitzposition und die richtige Computeraufstellung demonstriert. Die Kinder sollen schon frühzeitig richtiges Sitzen und Arbeiten am Computer lernen, um mögliche Gesundheitsschäden im jungen Alter zu vermeiden.
Abbildung 30: Auszug aus der selbst entwickelter Computerfibel
Der Schwerpunkt dieser Unterrichtseinheit liegt im Erstellen eines Jahreskalenders. Die Schüler sollen aus einer zusammengestellten Clipartkollektion, bestehend aus ca. 100 Bildern (vgl. Anhang), 12 Bilder individuell aussuchen und in je einem Kalendermonat ein Bild einbinden. Zum Schluß wird der Kalender noch abgespeichert und ausgedruckt. Hierbei werden schon einige Umgangsformen mit dem Textverarbeitungsprogramm geübt; z.B. „Datei neu", „Einfügen Grafik", „Zentriert" „Drucken", „Speichern" usw.
Abbildung 31: Kalenderbeispiel

2. Unterrichtseinheit:
In der zweiten Unterrichtseinheit werden individuell gestaltete Visitenkarten erstellt. Hierbei wird vor allem das Erstellen eines Rahmens mit oder ohne Schattierung geübt. Aber auch die Auswahl der Schriftarten, Zeichenformatierung und Schriftgröße gehört zum Kursprogramm. Besonders das Vervielfältigen mittels der Schaltflächen „Einfügen" und „Kopieren" wird mehrmals geübt.


3. Unterrichtseinheit:
Das Erstellen von Tabellen ist das Hauptthema in der dritten Unterrichtseinheit, dabei erstellt jedes Kind seinen eigenen Stundenplan. Durch das Einfügen farbiger Symbole zu jedem Fach erhält der Stundenplan einen originellen Charakter. Die Kids lernen mit den Begriffen „Zeilen", „Spalten" und „Zellen" umzugehen und können die Tabelle subjektiv nach ihrem Geschmack formatieren und gestalten. Durch die eigene Gestaltung können sie sich gut mit ihrem Endprodukt identifizieren, was wiederum motivationssteigernd ist. Aber auch das Einfügen von Grafiken in Tabellen wird geübt.
Abbildung 33: Stundenplan
4. Unterrichtseinheit:
Mit dem Zusatzprogramm WordArt können besondere Texteffekte fabriziert werden. Ob eine Schrift in Wellen oder Kreisform erscheinen soll: mit diesem Programm ist es kein Problem! Im Mittelpunkt steht das Erstellen eines eigenen Türschildes, das verschiedene Texteffekte und Bilder beinhaltet. Die Schüler lernen, Cliparts richtig zu positionieren, gegebenenfalls zu verkleinern oder zu vergrößern, Spalten einzufügen usw.

5. Unterrichtseinheit:
Auf die letzte Kurseinheit warteten die Kids schon lange, denn es war der Höhepunkt des ganzen Kurses. Alle bisher gelernten Funktionen wurden in einer T-Shirt-Gestaltung verwirklicht. Das Gruppenbild der Kursteilnehmer wurde eingescannt. Jeder Schüler entwarf sein eigenes T-Shirt mit Schriftzug, Gruppenbild und Grafiken. Das Bild wurde im Anschluß daran noch gespiegelt und auf eine spezielle Transferfolie mit dem Tintenstrahldrucker ausgedruckt, die im Anschluß auf das weiße T-Shirt aufgebügelt wurde. Die Schüler haben dabei alle Funktionen aus den vorangegangenen Unterrichtseinheiten noch einmal rekapituliert und konnten die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung und des Desktoppublishing kennenlernen.

Nachdem die Kinder persönlich von mir begrüßt wurden, wurden sie zur jeweiligen Thematik hingeführt. Die Schüler bekamen von mir die Arbeitsblätter (vgl. Anhang) ausgeteilt, auf denen die verschiedenen Arbeitsschritte aufgeführt waren. Das Vorlesen und die darauf folgende Umsetzung der Arbeitsschritte an einem Computerplatz wurde teilweise von mir persönlich oder auch von zwei Schülern durchgeführt. Während der Demonstration durch die beiden Schüler gruppierten sich die restlichen Schüler im Halbkreis um sie herum. Alle Teilnehmer konnten so visuell aufnehmen, welche unterschiedlichen Handlungsabfolgen auf sie zukamen, um sie später selbst nachvollziehen zu dürfen. Falls Probleme oder Fragen auftraten, konnte ich immer sofort eingreifen und die Kinder zum Ziel führen.
Nach der Demonstration durften alle Kids an ihre Rechner zurückkehren und die Aufgabe im Team bearbeiten. Es hat sich bewährt, daß ein Kind die Arbeitsanweisung liest und das andere sie am Textverarbeitungsprogramm mittels Maus und Tastatur umsetzt. Dabei wechselten sich die Kinder gegenseitig ab. Der Kursleiter achtete während dieser Arbeitsphase darauf, daß die Jugendlichen stets den richtigen Weg wählten und griff sofort ein, falls Probleme auftauchten, damit sie sich nicht noch weiter im Programm verstrickten.
Alle Arbeitsschritte müssen gewissermaßen so ausgeführt werden, wie es vom Arbeitsblatt gefordert wird, kleinste Abweichungen können bewirken, daß das Arbeitsziel nicht erreicht werden kann. Aus diesem Grunde muß der Kursleiter die Arbeit aller Teilnehmer immer genau beobachten und notfalls korrigieren.
Aber auch für Fragen der Kinder muß der Kursleiter in der Arbeitsphase immer genug Zeit aufbringen und ihnen Hilfestellungen anbieten. Nach erfolgter Arbeitsphase konnten die Kinder ihre digitalen Ergebnisse auf Papier verwirklichen. Kinder, die frühzeitig fertig waren, durften ihre Ergebnisse nochmals anders gestalten und ausdrucken.
Aufgrund eines PC-Ausfalls mußten vorübergehend in einer Veranstaltung drei Kinder an einem PC arbeiten. Es stellte sich heraus, daß ein Kind kurzzeitig unterfordert war und sich langweilte, weil es nicht intensiv mitarbeiten konnte, sondern den anderen nur beim Arbeiten zuschauen konnte. Deswegen rate ich auch, an den Schulen nie zu dritt an einem Rechner zu arbeiten, sofern die Hardwareausstattung dies zuläßt.
Die Kinder konnten am Computer bis zu 12 Arbeitsschritte nachvollziehen, die ihnen fünf Minuten zuvor an einem anderen Computerplatz durch reale Präsentation gezeigt wurden. Die junge Generation denkt schon heute verstärkt in Bildern und kann sich deshalb optische Vorgänge besser als die ältere Generation einprägen.
Andererseits machte ich die Erfahrung, daß einzelne Kinder größere Schwierigkeiten hatten, die einfachen Arbeitsschritte zu lesen, gedanklich nachvollziehen und anschließend am Computer umzusetzen. Interessant war auch die Erkenntnis, daß sich Mädchen völlig andere Bildtypen bei der Kalendergestaltung aussuchten als Jungs. Die Mädchen bevorzugten vielfach Tierbilder, während die Jungen eher Bilder aus dem technischen Bereich auswählten.
Die Kooperationsfähigkeit wurde besonders trainiert, als es darum ging, für den Kalender 12 unterschiedliche Bilder gemeinsam zu finden. Die Arbeitspartner fanden dabei sehr schnell einen Konsens darüber, welche Bilder in den Kalender einfließen sollen.
Die Arbeit am Computer weist bei den Kindern einen stark motivierenden Charakter auf. Jedoch ist der Erfolg meist von der präzisen Vorarbeit abhängig. So ist es unerläßlich, daß vor Kursbeginn alle Arbeitsschritte, die später von den Schülern durchgeführt werden, nochmals zuvor vom Kursleiter selbst präsentiert werden. Oftmals sind gewisse Treiber oder Programme nicht auf allen Rechnern installiert, oder bestimmte Programmkonfigurationen müssen noch geändert werden. Wenn diese Vorarbeit nicht geleistet wird, kann die Computerlust bei den Teilnehmern abrupt in Computerfrust umschlagen, weil sie sich schnell langweilen, Unruhe verbreiten und andere Teilnehmer dabei unnötig stören.
Mit einer gewissenhaften Vorbereitung und Organisation, die zweifellos anfangs viel Zeit in Anspruch nimmt, haben Kinder und Leiter letztendlich mehr Spaß und Freude. Diese Freude wird jedoch schnell getrübt, wenn aufgrund mangelhafter Vorbereitung Pannen auftreten. Jede Veranstaltung war so konzipiert, daß die Kinder nach 90 Minuten immer ein fertiges Arbeitsergebnis in Form eines Kalenders, einer Visitenkarte, eines Stundenplans usw., eigenständig erstellt haben, um auch Geschwistern, Eltern und Bekannten ihre Arbeit und Erfolge stolz demonstrieren zu können.
Damit die Schüler auch in Zukunft zu Hause an ihrem eigenen PC das Gelernte nachvollziehen und wiederholen können, wurden alle schriftlichen Arbeitsanweisungen in einen Ordner eingeheftet. Zusätzlich entwickelte ich für alle Kursteilnehmer eine Textverarbeitungsfibel, in der die wichtigsten Grundfunktionen der Textverarbeitung beschrieben sind. Mit dieser Fibel sind die Schüler in der Lage, eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten, die das Textverarbeitungsprogramm „Word für Windows" bietet, nachzuvollziehen (vgl. Anhang).
Am Ende des Kurses wurden die Kinder in einem Fragebogen anonym befragt, ob sie am Computer lieber gemeinsam lernen und arbeiten oder nicht. Alle Kursteilnehmer waren sich darin einig, lieber gemeinsam am Computer etwas zu lernen. Dies spricht nicht für die hohe Teamfähigkeit der Kursteilnehmer, sondern auch für den sozial-integrativen Charakter des Computers, der es vermag, Kinder friedlich zusammenarbeiten zu lassen.
Von meiner Seite und von Seiten der Kinder hatten wir eine Menge Spaß. Vor allem wurden in kurzer Zeit die wesentlichen Funktionen des Textverarbeitungsprogramms gelehrt und gelernt.