In welchem Maß Multimedia unser Leben verändern wird, kann keiner vorhersagen. Fest steht, daß die technische Entwicklung im Bereich von Multimedia weitreichende Auswirkungen auf unser gesellschaftliches Zusammenleben haben wird.
Auch die Gefahr der Bildung einer „Zweiklassengesellschaft" - bestehend aus „Usern" und „Loosern" - darf nicht unterschätzt werden (siehe Kap. 1.7). Die zunehmende Computerabhängigkeit und der daraus resultierende Realitätsverlust sind unerforschte Probleme, die wir erst noch in den Griff bekommen müssen. Schüler sollten sich kritisch mit Multimedia auseinanderzusetzen, um so Medienkompetenz zu entwickeln.
Sie sollten in der Lage sein, Multimedia-Anwendungen zu nutzen, die ihnen die Möglichkeit zur Kommunikation mit anderen Schulen bieten. Vor allem aber kann der Computer Kreativität schaffen, indem Schüler selbst etwas gestalten und anschließend publizieren. Schülern und Jugendlichen sollte man den Zugang zu den neuen Medien nicht verschließen, weil dies auch zu einem indirekten Realitätsverlust führt.
Es hat jedoch wenig Sinn, den Multimedia-Entwicklungen freien Lauf zu lassen und sie einfach zu ignorieren. Unsere Aufgabe wird es sein, auf diesen Prozeß Einfluß zu nehmen und sich dieser Technologie nicht zu verschließen, sie jedoch jederzeit kritisch zu hinterfragen.
Neben den bisherigen bekannten Kulturtechniken wie Schreiben, Lesen und Rechnen könnte mit großer Wahrscheinlichkeit in naher Zukunft die vierte Kulturtechnik „Computerkompetenz" hinzukommen, weil der Computer neben der Berufswelt eine hohe Stellung in unserem Lebensalltag einnehmen wird. Bis der Multimediaeinsatz im Unterricht an deutschen Schulen so selbstverständlich wie Tafel und Kreide ist, müssen noch einige technische, finanzielle und konzeptionelle Schwierigkeiten behoben werden.