Kurze Geschichte des bulgarischen Bildungswesens und Berufsbildungssystems

Bildungswesen

Das bulgarische Bildungswesen sollte man in seinem geschichtlichen Aspekt immer in sehr enger Verbindung mit dem russischen betrachten. Hier sind die Verhältnisse der beiden Länder - Bulgarien und Rußland - traditionell freundschaftlich. Hauptursachen dieser Verbindungen sind:

Der russische Einfluß in der Bildung Bulgariens beginnt in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts.1 Im Jahre 1868 wurde in Petersburg ein bulgarischer Wohltätigkeitsverein gegründet, der sich vorwiegend aufklärerische Funktionen und Aufgaben auf kulturellem Gebiet vornahm. Mit der finanziellen Hilfe dieser Vereine wurden in Rußland viele Bulgaren ausgebildet, die nach der Rückkehr in die Heimat sich dem Lehrerberuf widmeten.2 So wurde langsam der Weg für die Gründung der ersten bulgarischen Schulen vorbereitet, die genau nach dem Modell der russischen Mittelschulen organisiert wurden.

Im Jahre 1835 wurde in der bulgarischen Stadt Gabrovo eine gemeinnützige Schule gegründet. Peter Beron schreibt dafür das erste bulgarische Lehrbuch "Riben Bukwar"(1824)(übersetzt: "Fisch - Fibel"), nach dem auch unterrichtet wurde.3 Die ersten Ausbilder wurden mit dem Titel "Daskal" benannt (unübersetzbar). Dieses Wort wird heutzutage nicht mehr verwendet, aber für die obenerwähnten Zeiten war es ein Symbol für Bildung und wurde nur an die allerhochgebildetsten und -geachtetsten Personen verliehen. Man kann davon ausgehen, daß diese Schule die erste in Bulgarien war, die später in ein Gymnasium umgewandelt wurde.

Im Jahre 1846 kommt ein progressiver und patriotischer Bulgare - Naiden Gerov - zurück von seiner Ausbildung in Rußland und gründet die erste Klassenschule in der Stadt Koprivstiza.4 Etwas später entstanden nach demselben Modell zahlreiche Schulen auch in anderen Städten Bulgariens. Durch ein Gesetz im Jahre 1891 wird die Grundschule für alle Pflicht, später - 1921 auch die Mittelstufe (einschließlich die 8.Klasse).5 Die Periode des Sozialismus beeinflußt das Bildungswesen stark und ist mit vielen Änderungen verbunden, die durch verschiedene und zahlreiche Reformen durchgeführt werden. Nicht weit weg aus diesen Richtlinien der Entwicklung bleibt auch das Berufsbildungssystem. Die Reformen sind charakteristisch für die Bildungssysteme aller sozialistischen Länder. In diesen Zusammenhang schreibt P. A. Wladislawlew in seiner vergleichende Studie:

„In der Praxis werden in allen sozialistischen Ländern, insbesondere auch in der UdSSR die Bildungsreformen mit sehr viel Fleiß und Mühe durchgeführt, aber die Resultate sind nicht groß."6

Auch aus dieser Studie bekommen wir eine Vorstellung über die Wichtigkeit des Bildungswesens, nicht nur für die sozialistischen, sondern auch für die kapitalistischen Länder. Diese Werteinschätzung ist in der Politik der meisten Länder sehr deutlich zu sehen. In einen seiner Vorträge vor dem amerikanischen Senat sagt J. F. Kennedy:

„Der riesengroße Wettbewerb mit Rußland kann gewonnen oder verloren werden in den Klassenzimmern Amerikas.” 7

Diesen Wettbewerb in der Periode des „eisernen Vorhangs" zeigen die Tabellen der Ausgaben für das Bildungswesen in den einzelnen Ländern sehr deutlich:

 

Tabelle 1: Ausgaben für das Bildungswesen (% des Bruttosozialprodukts)

Jahr

BG

HU

DDR

PL

RO

SU

CZ

USA

BRD

J

1970

4,9

3,9

5,0

3,5

3,2

6,8

4,5

6,5

3,5

3,9

1975

5,5

4,1

5,4

3,7

3,5

7,6

4,7

6,5

5,1

5,5

1980

5,6

4,7

5,3

4,0

3,3

7,1

4,8

6,9

4,7

5,9

1981

5,9

5,3

5,3

4,0

3,1

7,0

4,9

6,8

4,7

5,8

1982

6,3

5,5

5,3

4,0

2,5

6,8

5,1

6,8

4,6

5,7

1983

6,6

5,8

5,3

4,1

2,3

6,6

5,0

6,8

4,6

5,6

1984

6,8

6,5

5,35

4,4

2,2

6,5

5,1

6,9

4,6

5,5

1985

7,0

7,0

5,4

4,7

2,1

6,6

5,1

7,0

4,6

5,5

Quelle:8

Die Analyse dieser Daten zeigt uns, daß in fast allen sozialistischen Ländern die Ausgaben ungefähr die gleiche Größe aufweisen, außer in der DDR und der UdSSR. Man kann hier über eine quantitative und qualitative Ähnlichkeit des Bildungswesen sprechen. Obwohl das Vorbild immer die UdSSR war, werden in der pädagogischen Literatur als beste Ergebnisse immer wieder die der DDR beschrieben.

Im Vergleich mit den USA hat die UdSSR für jeden Zeitabschnitt fast 3 bis 4 mal weniger Ausgaben. Die BRD zeigt eine relative Stabilität ihrer diesbezüglichen Ausgaben. Man kann aber bei allen oben beschriebenen westlichen Ländern eine sehr deutliche Tendenz in der Zeit von 1975-1980 erkennen. Alle verdoppeln ihre Ausgaben in der Bildung. Dies ist für alle eine Periode der Bildungsreform für die moderne Wirtschaftsentwicklung, die nur durch gut ausgebildeten Nachwuchs ermöglicht werden kann.

Berufsbildung

Nach der Enzyklopädie Bulgarien" gilt für die Berufsbildung folgende Definition:

Die Berufsbildung ist eine „Systembildung” und der erzielte Erwerb von bestimmten Spezialkenntnissen, Fähigkeiten und Gewohnheiten, die in der Wirtschaft verwendet werden können.9 Lange Zeit wurde das Berufsbildungssystem nicht als selbständiges Ausbildungssystem anerkannt. Erst im Jahre 1863 wurde zum ersten Mal in Frankreich von zwei Systemen der Bildung gesprochen : dem allgemeinen und dem beruflichen, die ab dann auch offiziell anerkannt wurden. Dies wurde dann später auch in den Ländern England, Deutschland, Rußland u.a. bestätigt und befestigt.10

In Bulgarien kann man erst wesentlich später von Berufsschulen sprechen. Im Vergleich mit einigen weit entwickelten Industrieländern, beginnt eine organisierte Ausbildung der Fachkräfte für die bulgarische Wirtschaft erst 150 Jahre später.11 Die Vorbereitung dieser sog. Kader entwickelt sich sehr langsam, da die Ausbilder, Lehr- und Unterrichtsmittel zu wenig waren, der Lehrprozess befand sich auf einem niedrigen Niveau.12

In Bulgarien wird die Meinung vertreten, daß die Berufsschulen eine spezielle Ausbildung vermitteln und daß sie Schulen sind, die eine spezielle Berufsbestimmung haben. Anfangs war nicht ganz genau klar, wie eine Berufsschule organisiert seien muß. Besonders im Kreise der damaligen Regierenden gab es einen Streit darüber.

Die erste Berufsschule ist eine Handelsschule, die im Jahre 1873 von D. Schischmanov gegründet wurde mit dem Namen: "Pa rvo ba lgarsko privatno uc iliš te" (Erste bulgarische Privatschule).13

Später entstanden auch andere ähnliche Berufsschulen für den Handel, das Handwerk, die Landwirtschaft, für Lehrer u.a. Richtungen. Auch hier könnte man über einen russischen Einfluß sprechen, da die meisten Berufsschullehrer ihre Ausbildung in Rußland abgeschlossen haben. Die Fächer, die in der ersten Berufsschule unterrichtet wurden, sind: praktische Wirtschaftsarithmetik, Wirtschaftsgeographie, Französisch oder Deutsch und Türkisch, Wirtschaftskorrespondenz, Schönschrift, Warenkunde u.a.14

Von einer intensiveren Entwicklung des Berufsbildungssystems in Bulgarien kann man erst nach der Befreiung vom türkischen Joch, bzw. nach dem Jahre 1878 sprechen. Um diese Zeit und auch in den ersten Jahrzehnten des 20.Jahrhunderts entstanden viele Berufsschulen. So gab es im Schuljahr 1930/1931 schon 173 Berufsschulen in Bulgarien.15

Erst nach dem 09.09.1944, nachdem die Periode des Sozialismus beginnt, kann man eine weitere Spezialisierung im Berufsbildungssystem Bulgariens erkennen. Seitdem existieren drei Arten von Berufsschulen:

· PTU (professionalno-technicesko ucilište), professionelle technische Schule;

· SPTU (sredno professionalno-technicesko ucilište), semiprofessionelle technische Schule;

· Technikum.16

Diese Berufsschulen haben folgende Aufgaben:

· PTU

1. Ausbildung von Fachkräften(Kadern) für Wirtschaft, Landwirtschaft, Bauwesen, Transport, Kommunikation, Dienstleistungen u.a. Branchen;

2. Erhöhung der Qualifikation der Arbeiter;

3. Ausbildung in einem zweitem oder anderen Beruf ohne Abbruch der täglichen Diensttätigkeiten und Aufgaben;

4. ergibt keine Berechtigung für ein Studium;

5. Ausbildung im Zeitraum von zwei Jahren.

· SPTU

1. Ausbildung von Kadern und Spezialisten für verschiedene Zweige der Wirtschaft, für Bildungswesen, Gesundheitswesen, Kultur, Kunst u.a.;

2. ergibt Abiturabschluß und ermöglicht ein eventuelles Studium;

3. Ausbildung im Zeitraum von 3 Jahren;

4. Der Ausgebildete bekommt die Berechtigung, nach dem Abschluß als "hochqualifizierter Arbeiter" tätig zu sein.

· Technikum

1. Genauso wie Punkt: 1. SPTU;

2. Genauso wie Punkt: 2. SPTU;

3. Ausbildung im Zeitraum von 4 Jahren;

Der Ausgebildete bekommt die Berechtigung, nach dem Abschluß als Techniker, Ingenieur, Industriemechaniker u.a. tätig zu sein.

Für alle drei Arten Berufsschulen gilt:

· Es gelten die Regeln und Gesetze des bulgarischen Bildungsministeriums. Dieses bestimmt auch die Nomenklatur der erlernten Berufe;

· es werden allgemeinbildende, allgemeintechnische und spezielle (berufstheoretische) Kenntnisse und berufspraktische Fähigkeiten erworben.

Ein Beispiel zeigt uns die Zuordnung der Fächer im Bereich Maschinenbau.

Quelle:17

Auf Grund der Grafik könnte man folgende Überlegungen anstellen: Im Technikum ist die Zuordnung: A: B: C: = ca. 1/3 : 1/3 : 1/3. Die drei Arten von Fächern befinden sich nahezu im Gleichgewicht. Dem Absolventen stehen gleichzeitig die Wege zu einem Studium (Hochschulreife), aber auch zum Arbeitsplatz im Betrieb offen. Derselbe Absolvent würde in der Hierarchie der Facharbeiter im Betrieb die höchste Stelle einnehmen können.

Obwohl im Technikum die "C"- Fächergruppen im Vergleich mit SPTU und PTU am wenigsten sind, wird auf "A"- und "B"- Fächergruppen ein hoher Wert gelegt. Kurz gefaßt: die Theoriekenntnisse des Berufsschüler sind später ausschlaggebend für seine Position im Betrieb . Von ihm werden Tätigkeiten wie: Organisieren, Planen, Leiten, Entwerfen, Kontrollieren u.a. erwartet. Im Vergleich zur PTU ist im Technikum eine Tendenz der Entfernung von der Praxis und den praktischen Tätigkeiten zu erkennen.

In der SPTU steigt die "C"- Gruppe schon fast auf ca.50 %. Es wird erwartet, daß der Ausgebildete sofort im Betrieb eingesetzt wird sowie Arbeit und hohe Produktionsleistungen. Aus unserer langjährigen Erfahrung durch Beobachtung und Arbeit in der SPTU kann man behaupten, daß sich ein nur sehr geringer Teil der Berufsschüler für ein Studium bewirbt und vorbereitet (Von ca.26 bis 30 Schülern in der Klasse nur 1 bis 2 Schüler).

In der PTU sind die "C"- Gruppe von Fächern bzw. die Praxis am meisten vertreten. Ein Schüler hat hier die Einstellung, daß er nur im Betrieb eingesetzt wird. Von ihm werden hohe Arbeitsleistungen erwartet und auch einen sofortigen Beginn der Tätigkeit im Betrieb.

Beim Vergleich der drei Arten von Berufsschulen kommt man zu dem Schluß, daß beim Entwurf dieser Schulen folgende Hauptidee zugrunde liegt: Einen Beruf, den man real praktizieren würde, kann man am besten durch und mit der Arbeit, durch die betriebsbezogene Praxis erlernen. Trotzdem sehen wir im Unterrichtsprogramm des Technikums einen Widerspruch. Der Absolvent des Technikums bereitet sich für eine verantwortliche Position im Betrieb vor und hat in seinem Programm nur 31% aller Stunden Praktikum, d.h. die Hälfte des Praktikums der PTU. Das entspricht auch einem Sprichwort der Eltern gegenüber den Kindern: "Lerne, damit Du nicht arbeiten mußt!" Dies baut schon eine ganze Denkweise auf und zwar zur Entfernung von der Praxis, von den praktischen Tätigkeiten. In der sowjetischen pädagogischen Literatur wird diese Erscheinung auch beschrieben und diese Generation auch "die Weißhändigen" (Belorucnikov) genannt.

"Trotz des Praktizierens eines Arbeiterberufes bleiben die jungen Leute nur seitliche Beobachter in ihm. Es gelingt ihnen nicht, seine Inhalte und Charakteristiken zu assimilieren(sie sind im Beruf, aber real bleiben sie außerhalb von ihm."18

Die Produktionslehre und das Berufspraktikum werden in speziell dafür geeigneten und organisierten Werkstätten und Hallen, Lehr - experimentellen Wirtschaften durchgeführt. Diese Räume sind nach dem Modell der russischen Handwerkerschulen organisiert.19 Später nehmen, nach dem russischem Einfluß in der Berufsbildung, immer mehr die sogenannten "Basis"- Betriebe teil. Die Berufsschule und die zuständigen Betriebe haben einen Vertrag für die Ausbildung abgeschlossen. Leider spielen diese Betriebe in der bulgarischen Berufsausbildung eine nur sehr geringe Rolle (s.auch"Fallstudie").

Noch einen Beweis für die sowjetische Einrichtung in den bulgarischen Berufsschulen ist die dort in den Lehrräumen organisierte eigene Produktion. Diese Produktion konzentrierte sich hauptsächlich auf kleine Werkstücke und Fabrikerzeugnisse, aber war immer wieder auch für den Markt geeignet.20 In der Zeit des Ersten Weltkrieges war fast die ganze Produktion für den Fronteinsatz geeignet.

Eine Tradition in den meisten bulgarischen Berufsschulen sind die jährlich organisierten Ausstellungen der eigenen Produktion. Viele Erzeugnisse werden hier auch an die Bürger verkauft. Die Bevölkerung erwartet diese Ausstellungen mit großem Interesse, erstens weil die Preise der ausgestellten Waren nicht so hoch sind (der Anteil an Fleiß wird minimal verrechnet), zweitens weil einige Elemente Einzelstücke(Unikate) sind, sonst schwer zu finden sind und eine hohe Qualität aufweisen.

Auf der Ausstellung im Jahre 1951 wurden Schlosser - Erzeugnisse, Werkzeuge und einige einfache Konstruktionen metallbearbeitender Maschinen gezeigt. Die Ausstellung im Jahre 1960 zeigt schon Erzeugnisse wie universelle metallbearbeitende Drehmaschinen, kombinierte Feilmaschinen, zahnärztlicher Stühle, PKW - Karosserien, Pantographen, Schweißapparate, Radioapparate, Fernsehgeräte, elektrische Haushaltsgeräte u.a..21

Geschichte der drei Berufsschularten

Im Jahre 1947 wurden genau nach dem sowjetischen Modell die sogenannten "Fabrik - Betriebsschulen" gegründet, die später im Jahre 1952 in "Schulen für Arbeitsreserven" umgewandelt wurden.22

Die Ausbildung von Arbeitskräften und Facharbeitern war dringend notwendig, da in diesem Zeitabschnitt viele neue Wirtschaftszweige und Richtungen entstanden, die früher nicht bekannt waren. Im Lande begann die Zeit der starken, intensiven Industrialisierung.

Es wurde immer mehr von den sogenannten "Arbeiterberufen" gesprochen, die Handwerkerberufe wurden langsam reduziert. Das ist eine interessante Erscheinung, die alle sozialistischen Länder zu fast derselben Zeit begleiten.

So kann man behaupten, daß die "Fabrik - Betriebsschulen" und die "Schulen für Arbeitsreserven" die ersten sozialistischen Berufsschulen sind. Die Ausbildung wurde ähnlich durchgeführt wie die oben beschriebene in der PTU.

Im Jahre 1959 wurden per Gesetz die ersten PTU´s und im Jahre 1962 die ersten SPTU´s gegründet. Einige SPTU´s bieten die Möglichkeit, als Abendschulen oder als Fernstudium beendet zu werden.23 Sie geben auch einigen dort Tätigen eine höhere Qualifikation und ermöglichen einen Abiturabschluß.

Im Jahre 1973 entstand eine neue Form der Berufsausbildung: die sogenannten PUZ (Profesionalno - uc eben Zenta r = BerufsLehrCenter).24 Solche Formen sind im Rahmen eines Betriebes organisiert und haben die Aufgabe, den Arbeitern eine kurzfristige Vorbereitung, Aktualisierung und Erhöhung von deren Fachqualifikationen zu vermitteln.

Das PUZ wird in der bulgarischen Fachliteratur sehr wenig beschrieben. Man kann annehmen, daß es nur eine kurze Episode in der Entwicklung des Berufsbildungssystem ist, aber nicht die Wichtigkeit der oben beschriebenen drei Arten Berufsschulen hat.

Tabelle 2: Zahl der Berufsschulen in Bulgarien

Jahr:

Art der

Berufsschule:  
 

PTU

SPTU

Technikum

1971

130

205

241

1993

6

220

268

Quelle:25

Die PTU´s sind in ca. 20 Jahren drastisch reduziert. Auch hier kann man eine Tendenz der Entfernung von der Praxis sehen. Eine der allerbeliebtesten Formen der Berufsausbildung ist das Technikum, weil es gleichzeitig den Abiturabschluß und das Erlernen eines Berufes bietet. Die jungen Leute sind hoch motiviert, alle beide zu haben und nicht nur Fach- und spezielle Kenntnisse zu erwerben, sondern auch eine vielseitige Allgemeinbildung zu besitzen. Die Ziffern zeigen eindeutig auch den Trend der Entwicklung.

Fast 80% aller Abiturienten haben die Einstellung, daß sie ihre Bildung fortsetzen werden. Gleichzeitig zeigt uns eine vorherige Untersuchung, daß der im Moment von den Jugendlichen erlernte Arbeiterberuf erst an 3. bis 4. Stelle ihrer Beliebtheitsskala steht.26

Fazit:

  1. PTU - 2-jährige Ausbildung, keine Studienberechtigung, hoher Anteil des Berufspraktikums (61%);
  2. SPTU-3-jährige Ausbildung, Abiturabschluß, 50% Berufspraktikum;
  3. Technikum-4-jährige Ausbildung, Abiturabschluß, 31% Berufspraktikum, Tendenz zur Theoretisierung in der Ausbildung