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Die Rüstungsaltlast

I. Weltkriegs-Munitionsfabrik

Eifler Sprengstoffwerke

Aktiengesellschaft "Espagit"

in Hallschlag (Eifel)


Der Ort Hallschlag lag vor dem Beginn des Ersten Weltkrieges in der preussischen Rheinprovinz, Regierungsbezirk Trier, im Landkreis Prüm, etwa 20 Kilometer von der belgischen Staatsgrenze entfernt, nahe dem kaiserlichen Artillerietruppenübungsplatz Elsenborn des 8. Korps aus Koblenz.


Seit Mitte der achtziger Jahre erforscht Gunther Heerwagen, seit 1989 bis heute (1989-2004) Verbandsgemeinderatsmitglied für Bündnis90/DIE GRÜNEN in der Oberen Kyll (Landkreis Daun), die Geschichte der Erste Weltkriegs-Munitionsfabrik Espagit in Hallschlag.

Nachdem durch Zeitzeugenbefragung und Recherche in Archiven der Verdacht bestand, daß an dem Standort, auf dem Kühe grasten, noch einiges unter der Erde sein mußte, ging Heerwagen zu einem geeigneten Zeitpunkt, dem 11.11.1987, in die Öffentlichkeit.


Die Espagit in Hallschlag, 1911 projektiert, sollte Friedens-Sprengstoffe außerhalb des weltweiten Dynamit-Nobel-Trustes produzieren.

Schon 1915 begann das Werk mit bis zu zweitausend Menschen zu arbeiteten.


Nach Kriegsende wurde auch Giftgasmunition (Chemische Kampfstoffe) von den Schlachtfeldern des Westens zerlegt.

(Lagermenge 500 000 Granaten/ 1000 Beschäftigte)


Im Frühjahr 1920 versuchten Industrielle (wie Hoesch) das Gebiet der Fabrik an Belgien anzugliedern, um außerhalb des Versailler-Vertrages weiter produzieren zu können.


Am 29. Mai 1920 flog die Espagit mit einer gewaltigen Explosion in die Luft. Tausende Granaten wurden in die Umgegend zerstreut.

Schrotthändler entmunitionierten bis 1928. Dann bestätigte das Gewerbeaufsichtsamt Trier die Gefahrlosigkeit des Geländes.

Behörden sorgten bis 1988 dafür, daß Gras über die Altlast wachsen konnte.


Kritisch begleitete Heerwagen die 1988 eingeleiteten Sanierungs- und Sicherungsmaßnahmen der Behörden.

Über 60 Millionen wurden seither verausgabt. Auf dem Gelände wurden Tausende von Granaten, darunter auch mit Chemischen Kampfstoffen und tonnenweise Sprengstoff TNT gefunden.