Die WTS-Faelschung zum Nachteil des Bibelforschers, Gruppe "Wahrheitsfreunde": Ewald Vorsteher
In seiner Dissertation bringt D. Garbe, Hamburg einen von der WTS gefaelschten Erlass im Wortlaut.  
Es handelt sich um den Text der Begruendung der preussischen Verbotsformel vom 24.06.1933.  

Die WTS setzte alles daran, von der neuen "nationalen Regierung" im Deutschen Reich, aber auch im Ausland nicht als staatsfeindlich oder kommunistische Auffangorganisation angesehen zu werden. 1935 hatten fuehrende WTS-Funktionaere eine konspiratife Reise nach Moskau unternommen.

Tatsaechlich waren einige Bibelforscher in der Gruppe der JZ im DR aber auch mit Kommunisten verheiratet. Diese engsten Beziehungen foerderte bei Haussuchungen neben WTS-orientierten Bibelforscher- Schriften auch kommunistische Literatur zu Tage. Auch die Aktivitaeten des "Freien Bibelforscher" Karl Klemm wurden 1933 der WTS angelastet.

Die WTS griff zu Gegenmitteln, auch aus den nachrichtendienstlichen Desinformationsarsenal.

Von den Funktionaeren der WTS-Ortsgruppen liess sie Erklaerungen abgeben, dass keinerlei Kontakte zu Linksparteien bestaenden oder ehemalige PGs Unterschlupf bei Ihr gefunden haetten.

Das Buch von Franz Zuercher "Kreuzzug gegen das Christentum" (Zuerich 1938) enthaelt auch den umgefaelschten Erlass des preussischen Innenministeriums vom 24.06. 1933.:

1936 publizierter Wortlaut der Verbotsbegruendung vom 24. Juni 1933:

>>...Dies beweisen die verschiedensten gehaessigen Angriffe von fuehrenden Funktionaeren, die in Wort und Schrift gegen den Nationalsozialismus und seine massgeblichen vertreter in juenster Zeit vorgetragen worden sind. Damit ist zugleich der Einwand eines rein religioesen weltanschaulichen Kampfes widerlegt [...]<<

1938 in dem Buch von Franz Zuercher publizierte Wortlaut:

>>...Dies beweisen die verschiedensten gehaessigen Angriffe von fuehrenden Funktionaeren, die in Wort und Schrift gegen den Nationalsozialismus und seine massgeblichen Vertreter in juengster Zeit vorgetragen worden sind.

(Vgl. Bericht des Polizeipraesidenten von Wuppertal vom 31.5. 1933 - I Ad. I 60001-)

Damit ist zugleich der Einwand eines rein religioesen weltanschaulichen Kampfes widerlegt.*) [...]<<


>>*) Der Wuppertaler Polizeibericht stuetzt sich auf falsche Angaben, wie von der Polizei nach erfolgter Untersuchung selbst eingeraeumt worden ist.<<

In anderen verleumderischen Stellungnahmen zum Nachteil Vorstehers laesst die WTS nichts an Deutlichkeit fehlen.

Bei seinen Vernehmungen hat Ewald Vorsteher 1933 keinerlei Unklarheiten produziert oder falsche Angaben gemacht. Die "Wahreheitsfreunde" sahen sich als Opposition der Watch Tower Society und deren Leiter Balzereit und Rutherford. Auch in allen Protokollen der Verbotskonferenzen 1933 in Sachen WTS und "Jehovas Zeugen" spielte die Wuppertaler Festnahme keine Rolle, wird mit keinem Wort erwaehnt..

Ohnehin duerften sich die Akten des Ewald Vorstehers seinerzeit bei der Staatsanwaltschaft am Sondergericht in Duesseldorf befunden haben.

   
"(Vgl. Bericht des Polizeipraesidenten von Wuppertal vom 31.5. 1933 - I Ad. I 60001-)"

Mit dieser nebenstehenden ergaenzenden WTS-Faelschung von 1938 wurde der Verdacht der kommunistischen Kontakte von der WTS weg auf den "Wahrheitsfreund" Ewald Vorsteher geschoben.Auch ohne dass in der deutschen Ausgabe des Zuercher Buches der Name Ewald Vorsteher erwaehnt wird, zeigt sich das RSHA in Berlin alarmiert. Angeblich hat es 1938 die Verbreitung eines "Zirkulars" der Wahrheitsfreunde in Deutschland festgestellt. Die erneute Verfolgung des Bibelforschers Vorsteher war erfolgreich losgetreten.

Vorstehers Familie, seine Frau und seine beiden Kinder, wurden in Deutschen Reich festgehalten; ein Ausreiseantrag abgelehnt und ihre Paesse eingezogen. Vater Ewald Vorsteher duerfte sich also im Interesse seiner Angehoerigen in Frankreich ganz inaktiv und ruhig verhalten haben. Ein Beobachtung, die auch polizeilicherseits festgestellt wurde.,

Tag der Rache ??

 

Lic. theol. P. Braeunlich berichtet in seiner Schrift "Die ernsten Bibelforscher als Opfer bolschewistischer Religionsspoetter" (Leipzig 1926), die Fragwuerdigkeit der Persoenlichkeit Rutherfords habe schon seit dem Jahre 1917 in Bibelforscherkreisen eine Gegenbewegung entstehen lassen:

Zitat:

>>"Von Amerika aus herrscht er [Rutherford, Anm.d.V.] ueber die Ernsten Bibelforscher der Welt mit der Allmacht eines Papstes oder eines russischen Sowjetkommissars."[...]

Fast alle ernster Gesinnten - so schreibt zuverlaessig einer ihrer fuehrenden Maenner an mich - schliessen sich diesen "Wahrheitsfreunden" an und sagen sich damit von den amerikasnischen Verfuehrern neuer Praegung los. Die "Zerschneidung des boesen Knechtes (Matth. 24 )" sei in vollem Gange. Leider stehen auch diese Erwachenden noch immer im Banne der Persoehnlichkeit Russells.<<

Die Quittung
vom 16. Juni 1925v
Ob es sich bei einer der fuehrenden Persoehnlichkeiten tatsaechlich um Ewald Vorsteher handelte, wissen wir nicht.

Der Ausgang der Volkszaehlung gibt dem Infomanten aus den reihen der Wahrheitsfreunde recht:

In den Reichslaendern, in denen die statistischen Aemter die WTS-gesteuerten >>Ernsten Bibelforscher<< getrennt von den anderen >>Bibelforschern<< auswerteten, lag der Anteil der WTS-Anhaenger zwischen 9 und 16 Prozent !