>>Fliehet jetzt<<

Eine der typischen WTS-Desinformationen hat ihren Ursprung in der Schweiz.
Anlässlich der Hauptversammlung in Basel 1934 war der Präsident aus den USA angereist, um den im WTS-Programmheft angekündigten öffentlichen Vortrag
>>Fliehet jetzt<< (fly now)
zu halten.
Angesprochen mit biblischen Vorbildern wurden besonders die Jehovas Zeuginnen, denen eine führende Rolle fuer die am 7. Oktober 1934 neuzugründenden deutschen WTS-Ortsgruppen eingeräumt werden sollte. Der Umschlag des Programmheftes zeigt, wie einer jungen Frau ein Szepter ueberreicht wird.

In der heutigen WTS-Literatur (WTS = Watch Tower Society) und den sektengesteuerten Geschichtsforschung wird faelschlicherweise behauptet, der Titel des Vortrages habe >>Fuerchtet euch nicht<<  gelautet.
In dieser Verfaelschung ist aber auch das typisch sektenhafte der "WTS-Bruderschaft" zu sehen. Entgegen jeder Beweislage tatsächlicher Art und Vernunft kann sie ihre Anhänger alles mögliche glauben machen. Objektiv können die ZJ und ihre Publikationen als verlässliche Zeitzeugen und -zeugnisse nicht gelten.



doc. 202 (6)

Das Versammlungsbüro in Basel war mit den folgenden Funktionären/"Beamten" der Zeugen Jehovas besetzt:
                                                                               Programmleiter M.C. Harbeck;
                                                                               Stellvertreter      G. Gerz;
                                                                               Dienstabteilung  F.Zürcher
                                                                               Literaturbestellung  G. Feuz

Für den Vortrag des Präsidenten waren besondere Vorkehrungen getroffen:
>>Während der Ansprache Richter Rutherfords sind sämtliche Stellen sowie auch die Eingänge zum Saal geschlossen.
Es ist selbstverständlich, dass beim öffentlichen Vortrag das eingeladene Publikum die Plätze in erster Linie erhält.
Im Mustermessgebäude halte man auf eine Musterordnung!<<



Im Vorfeld dieser Hauptversammlung kam es zu einem Eklat.
Die WTS hatte in grossen, teilweise halbseitigen Anzeigen in der buergerlich konservativen Presse den Vortrag
                                        >>Fliehet jetzt<<
angekündigt.
Nur die linke Presse ging auf diese WTS-Veranstaltung ein:
Sie mahnte, dass Weltflucht nichts helfe.
Arbeiter und Freidenker verteilten Flugblätter mit dem kritischen Zeitungsartikel vor der Mustermessenhalle in Basel. Viele Besucher sollen sich interessiert gezeigt haben..
Die WTS-Leitung rief daraufhin ihre Anhänger auf, standhaft zu bleiben und die Polizei herbei, um die friedlichen Flugblattverteiler verhaften, die Flugschriften beschlagnahmen zu lassen.
Dieses Fehlverhalten Rutherford duerfte den Tiefpunkt in der Beziehung zu den vor 1931 so stark umworbenen Arbeitergreisen darstellen

Der unchristliche Skandal bestand darin, dass zeitgleich die linken Arbeiter im benachbarten Deutschen Reich von der Gestapo verfolgt wurden, während dies für einmal in der neutralen Schweiz "Richter Rutherford" als WTS-Präsident besorgte.

Obwohl Rutherford in seinen Broschüren wiedeholt schrieb, sein Leben sei bedroht, ging er hier zu weit.
Diese extreme Intoleranz gegenüber jeder Kritik Andersdenkender ist bei der WTS Programm, schlägt durch bis zu den sektengesteuerten Pseudohistorikern.

doc. 203 (6)
        Den Basler Skandal deutete einige Tage später ein Zeitungsartikel als politisches  WTS-Bekenntnis zur Demokratie (!) um.

Der in die Basler Arbeiter-Verfolgung involvierte Leiter des zentraleuropäischen WTS-Büros in Bern, M.C.Harbeck, unternahm schliesslich ein Jahr  später 1935 eine konspirative Reise nach Moskau. Getarnt als Autofabrikbesitzer versuchte er mit seinem Ingenieur Anton Koerber mit den stalinistischen Regierungsstellen in Moskau ins Gespräch zu kommen.
Die Darstellung im Geschichtsbericht der Schweizer JZ im WTS-JB ist falsch. Der Vorschlag die Magdeburger Druckpressen in Moskau aufzustellen, stammte urspünglich von dem Gestapochef Diehl. M.C.Harbeck hat also hier bei seinem Gang nach Canossa insofern keine Handlangerdienste geleistet.

Ergebnis der Reise: neuerliche Verdächtigungen und Verfolgungen bei der WTS-Basis und aderen  Bibelforscher-Richtungen.

Das Berner WTS-Magazin >>GZ<< hat seinerzeit ueber eine Protestaktion den Titel >>Fliehet jetzt<< richtig berichtet.

doc. 204

Die Gründe, warum die Pseudohistoriker und WTS-Veröffentlichungen etwa das Video >>Standhaft<< wahrheitswidrig und unbelehrbar das falsche Rutherford Vortragsthema >>Fürchtet euch nicht<< ausgeben, könnten darin liegen:

1.) die WTS versucht hier zu verschleiern, dass Rutherford in Basel als oberster WTS-Wächter einmal mehr falschen Alarm gab;

2.) die WTS ist bestrebt, den Verlust ihrer damaligen Basis zu überspielen;

3.) die WTS will nicht, dass die Wiedergutmachungsforderungen ihrer Anhänger fuer Zwangsarbeit und Haft, die dem Basler Ruf ihres Präsidenten folgten und ihre beruflichen Stellungen von sich aus aufgaben, um nur noch für die WTS tätig zu sein, hinterfragt werden koennten.

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