Zions Watch=Tower
 
 

 

bombs sexmachine i
Sektengruender C.T. Russell bezog Stellung

In der religioesen Zeitschrift Zions Wacht-Turm sind intime Details des US- Amerikaners glaubwuerdig, auf geringem Niveau, aber auch voller Ungereimtheiten einseitig ausgebreitet worden. Seltsames aus seinem Familienleben mit Unterhaltungswert fuer ein breiteres Publikum, ein starkes Stueck. Das Watch Tower Bekenntnis besagt, Russell hatte die 1879 geschlossene Ehe demnach nie vollzogen. Eine Zeremonialehe mit engen verwandtschaftlichen Beziehungen.

Die selbstbewusste Exfrau habe ihm als Emanze mit Verleumdungen das Auskommen unmoeglich gemacht.

Russell O-Ton:

Ich konnte sehen, dass sie [seine Gattin] und ihre Verwandten eine Art bildliche "Bombe" anfertigten, mich zu vernichten."



Ein Maximum an Zaertlichkeiten zwischen den Partnern erschoepfte sich darin, dass der Hausherr seine (liebe; meine Geliebte) Frau immer gluecklich machen wollte und sie zu diesem Zweck gelegentlich auf den Schoss genommen und gekuesst haben will. Mit der gleichen Leidenschaft will er aber auch andere weibliche Kinder behandelt haben. Warum Russell seine Frau wie ein Kind behandelt hat, koennte tiefer liegende Gruende haben.
Als Rechtfertigung fuer seine merkwuerdige Indiskretion im ZWT gibt der Sektengruender

an:

"Und da viele Wachtturm=Abbonenten mich in einer ganz besonderen Weise als ihren Seelsorger betrachten, darum geziemt es sich, ihnen nichts vorzuenthalten, was zu ihrem Frieden dient." [ZWT 1907]

Ausloeser waren dann aber laut Russell doch Streitereien in Testamentsangelegenheiten: innerfamiliaeren und externen im Bereich der Glaubensgeschwister.
Zwei Schwestern geb. Ackley hatten offensichtlich nicht ganz uneigennuetzig Vater und Sohn Russell geheiratet. Wirtschaftliche Beweggruende muessen da im Vordergrund gestanden haben.
Als der Sohn CR fuer den alten Joseph L. Russell ein Testament aufsetzte, kam es zum Streit mit den beiden Ehefrauen. CTR will das von ihm selbst aufgesetzte (gefaelschte?) vaeterliche Testament dann zerrissen haben.
Doch das Misstrauen der Ackley-Schwestern war nicht mehr zu reparieren.
Die Frau des Sektengruenders forderte jetzt alle Rechte ein, die ihr Gatte als Hilfsredakteur bei Nelson Barbour (gestorben 1907) und dessen Zeitschrift ''Herald of the morning'' in der Zeit 1876 bis 1879 inne gehabt hatte.
*

 

Ursaechlich fuer Russels Flucht nach vorne Strategie duerften persoenliche Unsicherheiten gewesen sein:

- Die Geschichten von Russell als einer Qualle,
die ''umherschwimmt und alles in ihre Arme zieht, was sich ziehen liesse''.
*
- Geschichten (1888) ueber das Kind Rose, genaues Alter unbekannt), dass auf Russells Knie gesessen und gekuesst oder nachts von Ihm besucht und von ihm medizinisch behandelt worden sei.
*
- Geschichten von einer Emilie, die auch nachts medizinisch von Russell betreut wurde, wobei Russell zuvor die Tuer mit einem Schluessel abriegelte, um angeblich Unruhe (!) zu verhindern.
*

Der CTRs Befreiungsschlag 1907 duerfte nicht ganz freiwillig gewesen sein.

Den Vorwurf der Scheinheiligkeit und Heuchelei, der Selbstbereicherung, des frommen Betruges und der Taeuschung versuchte er abzuwenden, indem er sein Vermoegen mal wieder anlaesslich seiner Scheidung der WTS uebertrug. Das bedeutete eigentlich nicht viel, wurde diese Organisation doch von ihm allein kontrolliert.

Ursaechlich fuer Russels Flucht nach vorne Strategie duerften auch aeussere Umstaende in Frage kommen:

- Das Prophetenschicksal Dr. J.A. Dowie. Die Mission dieses Russell-Kollegen bestand in der Sammlung der europaeischen Juden in den USA und der Gruendung der US-Stadt Zion. Von seiner Frau wurde D. schliesslich der Veruntreuung von Sektengeldern bezichtigt und gestuerzt;

- Der Tod von Nelson Barbour, Opfer eines gescheiterten feindlichen Uebernahmeversuchs durch Russell.

Nach Trennung von Nelson Barbour und dem "Herold of the morning" gab CTR der biblischen Chronologie eine fuer ihn persoenlich und der spaeteren WTS guenstige Richtung, sehr zu Lasten seiner Anhaenger. Frei jonglierend zwischen den Begriffen "unsichtbarer Christus", "Christus im Fleische", "der Christus, Haupt und Glieder" und 5.Mose 18:21/22:

>>Aber nun fragt ihr: "Wie koennen wir denn beurteilen, was der Herr gesagt hat und was nicht?" Wenn ein Prophet im Namen des Herrn etwas sagt und seine Voraussage trifft nicht ein, dann hat der Herr nicht durch ihn gesprochen.<< :


1874: Unsichtbare Gegenwart JC, "der Christus" , zumindest einige sichtbare Fussglieder der 144000 unsichtbaren Mitregenten sind da.


 

1876: Geschaeftsaufgabe CTR in Philadelphia, Einstieg beim "Herald of the morning" (Quelle CTR)


 

1878: Auferstehung der bereits verstorbenen 144000 Heiligen. Hinrueckung zum Herrn im Himmel.


 

1879: Geschaeftsaufgabe CTR in Alleghany (Quelle: CTR). Hatte Vater Joseph ihn ausbezahlen koennen?


 

1881: Hohe himmlische Berufung der 144000 ist angeblich abgeschlossen; nur extrem opferbereite Lueckenbuesser koennen fuer Abgefallene noch nachruecken. Eine ergiebige Spendenquellle der WTS, die nach Bedarf stueckweise ueber vierundfuenfzig Jahre immer weiter bis 1935 herausgeschoben wurde.


 

1882: CTR taetigt angeblich einen Vermoegenstransfer von 0,25 Millionen US-Dollar. (Quelle: M. Cole)


1907: Anlaesslich seiner Scheidung uebertraegt Millionaer CTR wieder einmal "seine" gesamten Vermoegenswerte, diesmal angeblich 31700 Dollars erneut der WTS. Auch hier bleibt als alternative Quelle des CTR-Reichtums die kaufmaennische Verwaltung der gottgeweihten Privatbesitztuemer der Anhaengerschaft (Vermoegensmodell Ananias + Sapphira, Erleichterungen auch fuer reiche "Kamele vor dem Nadeloehr"). Prozessfolgenstrategische Gruendung einer neuen New Yorker WTS-Gesellschaft 1907-09).


 

1910: Auch die letzten der kleinen 144000 Herde sollen hinter den Vorhang des Todes getreten sein. Zum Herrn hingerueckt. Protestantische Kirchen vereinigen sich und werden vernichtet.

Fuer Russell und viele seiner Anhaenger war das alles nicht eingetroffen.

Die Buchfuehrungen Russells fuer die "dem Herrn geweihten Vermoegen einschliesslich Immobilien" seiner bemuehten Anhaenger sind nicht offengelegt. Fuehrte CTR ueberhaupt zwei Kassen in seinem Kontor?
 

Die Verwandten der zur Kasse genoetigten Glaeubigen muckten verstaendlicherweise auf, als sich auch 1910 nichts tat. Rutherford ergaenzte noch um einen weiteren diesmal begueterten Fall einer Waise, die nicht mehr im Hause Ihrer Mutter leben und das Muendelvermoegen von einer "anderen" Drittperson mit WTS-Kontakten verwaltet wissen wollte.

Nur Russell und die WTS waren stets zufrieden und saniert.

 

 

 

 

 

Die Geschichten mit der Qualle, die von einem Objekt zum naechsten schwimmt, geht im WT so:

"Nichtsdestoweniger versuchte Frau Russell auf dem Zeugenstand und durch ihren Rechtsanwalt den Eindruck zu erwecken, dass ihr Mann sehr geneigt sei, sich zu verlieben,"einem Jellifisch gleich, der umherschwimme" und alles in seine Arme ziehe, was sich ziehen liesse". Sie sagte, jemand (ich) habe ihr dies vor dreizehn Jahren gesagt. Hoerensagen ist als Zeugnis vor Gericht nicht gueltig..."

Rutherford variierte in "A great battle..." 1915 diese Version. Eine gewisse Miss "Ball" hatte ihren Auftritt.

Medizinische Charlatanerie

Ex-Kaufmann CTR unternahm neben religioesen auch medizinische Experimente mit seinen Hausgenossen. Verschrieb ihnen Arzneien wie Konkurrent Dr.Dowie. In CTRs Haushalt starb trotzdem eines der Waisenkinder, Charles, der leibliche Bruder der Rose. Gehoerte er zu den 144000 der kleinen Herde? Moeglicherweise starb der verwaiste Knabe infolge falscher Behandlung und unter Verhinderung fachaerztlicher Hilfeleistung aus Kostengruenden.

Kinderarbeit oder die Russell-Affaere mit Rose:

Frau Russell brachte als weitere Klage "ein zu intimes Verhaeltnis zwischen ihrem Manne und einer gewissen Schwester mit Namen Rose, die im Jahre 1888 ein Glied des Russellschen Haushaltes wurde....Der Vorwurf ging dahin, dass Rose auf Herrn Russells Knie gesessen, und er sie gekuesst habe. Frau Russell schwur auch, dass sie eines Nachts in Roses Zimmer gegangen sei und Herrn Russell an ihrem Bette sitzend und ihre Hand haltend angetroffen habe. [...]Am folgenden Tag erklaerte Herr Russellauf dem Zeugenstand, dass Rose und und ihr Bruder Charles Glieder des Haushalts und Kontorgehilfen waren. [...] Rose war von Aussehen noch Kind, trug kurze Kleider und machte Herrn Russekll den Eindruck von 13 Jahren. Ihr Alter kannte er nicht, aber ein anderer, der sie kannte, hatte zu raten gewagt, sie sei 10 Jahre alt. Sie mag im Jahre 1888 alter als 13 Jahre gewesen sein.(...)Die Ursache sich erkundigend kam Roise noch weinend zu ihm hin und setzte sich auf seine Knie und klagte, dass Frau Russell ihr zuviel Arvbeit aufgetragen habe, ehe sie habe ins Kontor kommen koennen; und sie fuehle sich ermuedet und ohne Freund.[...]Dann, ploetzlich ihre Traenen trocknend, kuesste Rose Herrn Russell. Wiewohl von dem allen ueberrascht, wehrte Herr R. dem nicht, noch strafte er's:..

Russell und Emilie, wieder eine Schwester in Christo und wieder eine Haushaltshilfe.

"Eines morgens war Emilie krank,und er wurde zu ihr gerufen, um ihr Medizin zu verschreiben. Emilies Zimmer auf der ersten Etage enthielt einen Ausguss und eine Pumpe fuer Trink= und Spühlwasser. Der Laerm der Pumpe erschwerte das Hoeren, und Herr R. drehte den Schluessel in der Tuer, um die Unruhe zu verhindern, bis er vernommen, was Emilie ueber ihren Zustand zu sagen habe -, sicherlich fuer kuerzere Zeit als eine Minute, vielleicht eine halbe Minute..."

Ein interessantes Detail, die Schlafkammer mit einer Pumpstation. Musste die Glaubensschwester Emilie, wennn sie allein schlief, den Laerm ertragen?

Diese Stories mit Rose und Frau L. koennten Versuche gewesen sein, seiner Ehepartnerin zu verschleiern, dass er sich in Wirklichkeit ueberhaupt nicht fuer Frauen interessierte, sondern sich mehr zu Maennern hingezogen fuehlte. Diese asexuelle Veranlagung muss aber Charles T. R. nicht weiter ausgelebt haben.

*

 

Privat soll der USA-Hausherr die leiblichen Schwestern seiner Frau, die Gattin selbst und seinen leiblichen Vater schliesslich als seine Todfeinde betrachtet haben, die ihn vernichten wollten und soll der Gattin den Umgang mit ihnen verboten haben.

Ihr Seelenheil sei in Gefahr.

Ueber ihr Taschengeld musste die Hilfsredakteurin Mary Ackley-Russell genau abrechnen.

Beschaeftigt wurde die Hausdame vom Ehemann als Ghostwriter und Hilfsredakteurin bei der Abfassung der Wachtturm-Artikel .

Ihren Namen durfte Mary Francis aber nicht unter Ihre Artikel im WT setzen.

Russell verweigerte seiner Gemahlin, was er selbst im ''Herald'' von Nelson Barbour fuer sich in Anspruch genommen hatte.

*

Mobbing fand angeblich auch statt: als die Frau an einem Ausschlag litt. Der medizinisch interessierte Gatte liess es sich nicht nehmen, die Partnerin selbst taeglich abzuwaschen, nicht ohne die Bemerkung zu versaeumen, dass es sich bei dem Leiden um eine Zuechtigung Gottes handele.

*Ueber Jahre lebten die Eheleute Russell sich dann auseinander. Unter diesen Umstaenden ist es nicht verwunderlich, dass seine Ehepartnerin laut WT auf CTRs Beteuerungen, er werde sie gluecklich machen nicht mehr einging.
CTR, der die Partnerin zu einer selbstbewussten Frauenrechtlerin erklaert, hat keinen Beleg fuer angebliche Broschueren der Ex-Gattin hinterlassen. So wie alle ''Herald''-Ausgaben aus den USA-Bibliotheken bis 1956 verschwunden sind, fehlt auch ein WTS-unabhaengiger Beleg fuer das chriftstellerische Talent seiner Exfrau.

Waehrend seines ersten Berliner Vortrages 1912 hielt Russell es fuer eine nennenswerte Botschaft, im Koenigreich wuerden sich bei Frauen und Maenner die koerperlichen Merkmale immer mehr angleichen, alle Unterschiede verschwinden. Zu dieser Einsicht koennte der Aegypten-Fan durch die tuntigen Pharao Amenophis III und IV verleitet worden sein. Waehrend der erstere sich in unwahrscheinlich vielen Skulpturen abbilden liess und sich auch in Frauenkleidern gefiel, hat sein Sohn und Begruender des Aton-Monotheismus, einem Sonnenkult, sich als Echn-Aton uebertrieben haesslich und auch geschlechtslos darstellen lassen.

*

Alle Information ueber CTRs Privatleben gehen auf diesen merkwuerdigen Klatsch im Wachtturm zurueck. Tatsache ist, dass Russell nach der Scheidung und nach dem Tode des gelernten Reverend Nelson Barbour alle Bescheidenheit ablegte. Aus dem Redaktor wurde der Pastor Russell und die religioesen-politischen Zeitungsartikel liess er mit seinem Bild versehen. Personenkult in Reinkultur.

*Ganz offensichtlich ist auch, dass CTR sich in Gesellschaft von Maennern deutlich entspannter gegeben hat, als auf Bildern mit seiner jungen Frau. Frauengeschichten sind nach der Scheidung Russells nicht mehr bekannt geworden. In seinem Testament anlaesslich seiner Scheidung hat Russell fuer seine mehrheitlichen, der WTS rueckuebertragenen Firmen-Anteilscheine demonstrativ einigen wenigen Frauen Vollmacht eingeraeumt:

C. Louise Hamilton

Almeta M Nation Robison

J.G.Herr

C.Tomlins

Alice G. James.

*

Auswirkungen auf seine Nachfolge scheint die grosszuegige Stimmenquote und das Mehrheitsmonopol fuer diese Frauen aber eigenartigerweise nicht gezeitigt zu haben. Auch als der Sektengruender 1916 im Zug starb, soll angeblich nur ein liebevoll besorgter Sekretaer zugegen gewesen sein.

 

Sollte die These von einer ungelebten, vielleicht homosexuellen Disposition CTRs richtig sein, so wuerde dies auch erklaeren, dass der staendig am Verbergen dieser schwulen Veranlagung und unter dem biblischen Verdikt leidende Mann, ein Meister der Verstellung und recht unzuverlaessig und sonderbar in seinen Aeusserungen haette sein koennen.

Es fehlen die Darstellungen der anderen Beteiligten wie der Exfrau mit ihren angeblich frauenrechtlerischen Neigungen in WTS-unabhaengigen Archiven.
Der Redakteur druckt Zuschriften im ZWT ab, die besagen, dass die Botschaft Luthers in ihrer Wirkung dadurch abgeschwaecht worden sei, weil falsche Aussagen ueber sein Familienleben verbreitet wurden, was durch einige Worte der Richtigstellung haette vermieden werden koennen.
Und weiter wird zweckdienlich vorgebaut, es klingt schon wie ein Eingestaendnis:
Wenn die Anklage gegen Russell bestehen bleiben muesste, dann waere der biblische David immer noch tausendmal tiefer gefallen, und doch sei er in seiner Reue der ''liebliche Psalmist Israels'' geworden. Petrus sei gefallen, und Jesus habe fuer ihn gebetet, und er sei die Staerke seiner Brueder geworden und durfte die Laemmer Christi weiden. Fuer diejenigen, die die Weihung, die Arbeit, die Selbstverleugnung, den Christus- aehnlichen Geist Russells kennen wuerden - diese wuerde nur ein Engel vom Himmel oder Russells eigenes Gestaendnis ueberzeugen.
Diese befremdlichen Dinge koennten Versuche des Hausherren gewesen sein, seiner Ex-Frau und den Anhaengern zu verschleiern, dass er sich in Wirklichkeit mehr zu Maennern hingezogen fuehlte. Diese homosexuelle Neigung und Veranlagung muss Russell aber nicht ausgelebt haben. Offensichtlich ist aber, dass er sich in Gesellschaft von Maennern deutlich entspannter gegeben hat als auf Bildern mit seiner jungen Frau. Auch als der Gruender 1916 im Zug starb, hatte er einen Sekretaer bei sich.
Sollte die These von einer ungelebten Homosexualitaet Russells richtig sein, so wuerde dies auch erklaeren, dass der staendig am Verbergen dieser Veranlagung und unter dem biblischen Verdikt gestresste Mann, so unzuverlaessig in seinen Aeusserungen war. Taeuschungen und Herabwuerdigungen sind bei ihm ganz selbstverstaendlich.
Die leiblichen Schwestern seiner Frau und selbst seinen Vater betrachtete der Hausherr als Feinde und verbot der Gattin und allen anderen den Umgang untereinander.
  Russell, der die Partnerin zu einer selbstbewussten Frauenrechtlerin und Anarchistin (!) erklaert, hat keinen Beleg dafuer hinterlassen. So wie alle Herald-Ausgaben aus den USA-Bibliotheken bis 1956 verschwunden sind, Es existiert bisher auch kein Beweis fuer das schriftstellerische Talent seiner Exfrau.
Daneben will aber der Sektengruender gleichwohl von seinem leiblichen Vater Joseph in Briefen gelobt worden sein.
Ueber ihr Taschengeld musste die Hilfsredakteurin Russell genauestens abrechnen und sich an Charles-Taze-gesetzliche Instruktionen halten. Ihren Namen durfte Mary Francis aber nicht unter Ihre Artikel im WT setzen. Russell verweigerte seiner Gemahlin, was er selbst im *Herald* fuer sich in Anspruch genommen hatte.
Unter diesen Umstaenden ist klar, dass seine Ehepartnerin auf seine Beteuerungen in einem angeblichen Brief, er werde sie gluecklich machen, soweit es in seiner Macht steht, nicht mehr einging.
"WTS-Wahrheit" kontra Fakten Wie glaubwuerdig ist C.T. Russell?
Es existieren mindestens einige ueberpruefbare Ereignisse:  

1.)

CTR will in seiner Jugend vor 1868 dem YMCA anghoert haben. Warum hat er dort so wenig ausrichten koennen?

In seiner Biographie im WT schreibt er:

'Der Anfang meiner Erzaehlung faellt in das Jahr 1868, zu welcher Zeit der Verfasser, der schon seit einigen Jahren ein geweihtes Kind Gottes und ein Glied der Congregationalisten-Kirche, sowie des christlichen Vereins junger Maenner war.[...] Als ein Presbyterianer (reformiert) erzogen.'

In Allegheny gab des den YMCA 1868 noch nicht.

2.)

Russell behauptet, er habe vor 1879 eine Zeitschrift geleitet und herausgegeben. Einen Mitarbeiter als Setzer in der Druckerei beschaeftigt. Hier macht er den gelernten Reverend Nelson Barbour zum Laufburschen. Nicht er, sondern Barbour war der Herausgeber. CTR nur Hilfsredaktor.

Waehrend ich von 1871 bis 1879 ein kaufmaennisches Geschaeft betrieb, war ich gleichzeitig beschaeftigt, die Gegenwaertige Wahrheit" zu verbreiten. Meine fruehesten Bemuehungen erstreckten sich auf Bibelstunden in Pittsburg und Allegheny. Spaeter gab ich im Staate New York eine Zeitschrift heraus, zu welcher auch andere Aufsaetze lieferten...Im Jahre 1878 fiel mein Mitarbeiter in der Herausgabe der Zeitschrift vom Glauben an das Erloesungswerk Christi , was in den Spalten des Blattes zu einer Auseinandersetzung fuehrte, in welcher er das Loesegeld leugnete und ich hochhielt, bis es klar geworden war, das eine Zeitschrift, die mit sich selbst uneins geworden ist, nicht bestehen kann. Mein Mitarbeiter beanspruchte die Druckerei, die ich angeschafft hatte, und eignete sie sich einfach an.

3.)

Der ganze Streit um das Loesegeld ist von CTR ganz gezielt zwecks Geldbeschaffung inszeniert. CTRs Versuche, unbedingt Leser fuer eine zweite unbedingt von ihm selbst herausgegebenen Zeitschrift zu werben, sind belegt. Der angeblich groessere Informationsbedarf haette sich auch mit einer Erhoehung der Seitenzahl des Herald besser loesen lassen.

Die "unueberbrueckbaren" Positionen:

Nelson H. Barbour, 1878, Editor, "Herald of the morning":

>>It certainly is a scriptural statement that Christ died for us the just for the unjust. But that he died instead of us, I do not believe. Christ "appears in the presence of God for us; "but he does not appear in the presence of God instead of us:<<

Charles Taze Russell, 1878, assistant editor, "Herald of the morning":

>>I believe the doctrine of substitution.[...]<< Jesus Christ >>was our substitut in death.<<

Andere Begruendungen fuer den Loesegeldstreit - niemand leugnete es grundsaetzlich - kamen Sektengruender Russell bezeichnenderweise erst viele Jahre spaeter. Tatsaechlich hat er diese nachgeschobenen Begruendungsversuche aber auch wieder revidieren muessen.Er war naemlich schliesslich der Auffassung, JC sei nur fuer die 144000 Auserwaehlten gestorben. Und diese muessten sich jetzt opfern - alles Vermoegen dem Herrn weihen ! - um die Welt zu retten!!!

Die oben stehenden Behauptungen Russels stellen die tatsaechlichen Verhaeltnisse auf den Kopf: Nelson Barbour war gelernter Reverend, er war der Herausgeber des Herold, Russell lediglich Hilfsredaktor. Mit einem kleinlichen Streit ueber nicht nachvollziebar geringfuegige angebliche Differenzenzen beim Verstaendnis des Loesegeldes brach Russell einen Streit vom Zaun. Er hatte sich beim Herold eingekauft und liess seinen Namen mit auf die Publikatioenen (die Zeitschrift und das Buch von Barbour "Drei Welten" setzen. Aufgrund seiner Geldzuwendungen versuchte er nun in fruehkapitalistischer Manier den Gruender und Herausgeber vergeblich aus der Zeitschrift zu draengen.Die Begruendungen fuer seine Sondertheorie zum Loesegeld kamen Russell ers spaeter. Ueberzeugen konnte er aber nur wenige.

4.)

Russells Schrift "Der Zweck und die Art und Weise der Wiederkunft des Herrn"ist weder 1873, 1874 noch 1876 verbreitet worden. Bibliographisch laesst sie sich in den USA erst 1878 nachweisen.

Verwirrung hat CTR immer wieder ueber Jesus Christus, als Person, als unsichtbarer Geist, Kopf und 144000 Glieder verbreitet. Einerseits sollten die 144000, vorwiegend seine Anhaenger hinter den Vorhang des Todes treten und vom Himmel aus mit Jesus regieren. Gleichwohl sollten aber die auferstandenen alttestamentarischen Ueberwinder (Abraham, Isaak, Jakob usw.) als Christus in ihrem Fleische erscheinen, gerade wie der Vater in ihrem Fleische geoffenbart war" Diese Auferstandenen werde man als schlaue Schwindler bezeichnen, sich aber beruhigen und sagen:

''Ob Schwindler oder nicht, was diese angeblichen Auferstandenen vornehmen, ist gerade das, was die Welt braucht. Wollte Gott, sie naehmen sich der ganzen Welt an und braechten uns wieder Frieden und Ordnung''.

 
Von Russell wurde ein Aufsatz zu Chronologie-Fragen veroeffentlicht, die die ganze Zerrissenheit des Sektengruenders offenlegt:

Dieser CTR-Artikel existiert im GZ: abweichend von der biblischen Schoepfungsgeschichte wird der biblische Adam nicht als erster Mensch, sondern als der erste aegyptischen Pharao identifiziert.

Die Chronologie der aegyptischen Pharao-Dynastien 300 Pharao in 3000 Jahren entspricht den Lebenserwartungen der damaligen Zeit besser als das AT.

Allerdings auch diese Idee hatten schon andere religioes orientierte ''Reich-Zion-Aktivisten'' vorgedacht.

   

Es hat einige Kritiker der WTS gegeben, die eine Ergaenzung der WTS-Lehren bewirkt haben. Aus deutscher Sicht gehoeren dazu Kaiser; Braeunlich, Hitler, Jonak und das MfS.

 

 

Braeunlich unternahm den richtigen Ansatz, bedauerte aber 1926 zurecht:

"Schade, dass seine [CTR, Anm.d.V.] Vergangenheit aehnlich im Dunkel liegt, wie die der B...! Zuverlaessige Auskuenfte darueber sind u.W. bisher noch von niemand eingezogen worden. Man nimmt in der Wissenschaft heutzutage bei solchen Gelegenheiten einfach als ausgemacht an, was in so und so viel Buechern gedruckt steht. Und unsere eigenen an amtliche Stellen Amerikas gerichteten Anfragen blieben - wie in solchen Faellen gewoehnlich !!! - bisher unbeantwortet. So sind wir in der Hauptsache auf Aussagen der Verdaechtigen selber angewiesen mitsamt ihrem stark an T... erinnernden mokanten Geiste."

 

 

Franz Stuhlhofer hat das Problem in seinem Buch "Charles T. Russell und die... - Der unbelehrbare Prophet." (Berneck 1994) auf den Punkt gebracht, wenn er sagt:

>>Bei dieser Darstellung von Russells Leben bin ich grossenteils auf die Literatur der WTG angewiesen; sollten darin bestimmte Fehler konsequenterweise enthalten sein, die sonst weiter nicht auffaellig sind (also weder in sich Unwahrscheinliches ausdruecken noch mit anderen Ereignissen in seinem Leben kollidieren), so waer es schwer fuer mich, diese zu entdecken. Auch die ZJ-Kritiker sind ja fuer viele Russell betreffende Fragen auf die WTG-Literatur angewiesen, stellen also auch nicht unbedingt ein Korrektiv dar. <<

Die Auswahl der geschichtsrelevanten WTS-Stories wird weitgehend von den spaeteren desinformativen Eigendarstellungen gesteuert.

CTR hat seine "unfehlbaren" Voraussagen immer auch abgesichert durch gegenteilige, staatskonformere Ansichten etwa in den WTS-Zeitungen zur idealen kommunistischen Gesellschaftsform fuer vollkommene Menschen. Schriften, die ihren Titel in rascher Folge aenderten. Der selbsternannte Philosemit CTR hat in seinen Texten auch extrem antisemitische Parolen und Tendenzen aufzuweisen. Mit dem geistigen Schwert seiner Schriften sollten schliesslich unter Umgehung eines staatlichen Verbotes die visionaeren CTR-Plaene herbeigeredet werden.

Fakt sind die Weltkriegsteilnehmer, die Festungshaeftlinge und Kriegsverlaengerer - alles hatte eine gewisse Logik. Die WTS-gesteuerten Soldaten wurden verwundet oder starben, was ihnen der Lehre nach nicht widerfahren sollte. Die "Ernsten Bibelforscher" der Nachkriegszeit wurden vom deutschen Zweigdiener PJG Balzereit in der Tradition einiger Festungshaeftlinge des ersten Weltkrieges manipuliert.

 

Weiter